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Guide zu Schlössern und Herrenhöfe

Auf Seeland, Møn, Lolland und Falster befinden sich viele beeindruckende und interessante Schlösser und Herrenhöfe. Sie sind ein unübersehbarer und wichtiger Teil der Region und blicken auf eine fast tausendjährige Geschichte zurück. Alle sind Zeugen von Ereignissen, Ästhetik und Lebensweisen vergangener Jahrhunderte. Die ältesten Bauwerke aus dem Mittelalter sind als Burgen oder Ruinen erhalten.

Borreby HerrenburgEine prächtige Allee am Skælskør Fjord entlang führt direkt nach Borreby, einer der ältesten und besterhaltenen Renaissanceburgen Dänemarks. Das Hauptgebäude wurde 1556 von Johan Friis, dem mächtigen Kanzler Christians III., errichtet.  Im 17. Jahrhundert ging Borreby an das Geschlecht Daae über, das sich jedoch wegen seiner „Goldmachermanie“ ruinierte und Haus und Hof verlassen mußte. Diese Geschichte hat H.C. Andersen in „Der Wind erzählt von Valdemar Då und seinen Töchtern” (1859) beschrieben.

Die Familie Castenschiold ist seit 1783 Eigentümer und Bewohner von Borreby. Hier gibt es eine umfassende edle Sammlung von Gemälden, hervorragenden Gobelins und dänischen Möbeln. Nach einem kleinen Spaziergang über den Graben, durch das Torgebäude in den äußeren Schloßhof erreicht man während des Sommers die Kunstgalerie Borreby im alten Gerichtsgebäude und dem anschließenden herrschaftlichen Stall.

Der Park wurde 1750 im französischen geometrischen Stil angelegt. Im selben Jahr wurde im Westflügel eine Kapelle eingerichtet.

Öffentlicher kostenloser Zutritt zum Park und Burghof mit Galerie und Ausstellungsgebäude

Borreby Herrenburg, Borrebyvej 47, Borreby, 4230 Skælskør
Dragsholm SlotDas Schloss Dragsholm Slot gehört zu den ältesten säkularen Bauten Dänemarks. Seit über 800 Jahren liegt das Schloss auf einem schmalen Grundstück beim Lammefjord. Am ursprünglichen Palastgebäude wurden mehrere Umbauten vorgenommen, aber seit dem 18. Jahrhundert ist Dragsholm Slot als schönes Barockgebäude erhalten geblieben.

Dragsholm Slot wurde um 1215 vom Bischof von Roskilde, Peder Sunesen, errichtet. Durch die Reformation geriet Dragsholm Slot 1536 in den Besitz der Monarchie und wurde unter der Lehnherrschaft des Königs auch als Staatsgefängnis genutzt. Hier wurde u.a. der Schotte James Hepburn – der Graf von Bothwell – während seiner letzten fünf Lebensjahre gefangen gehalten. Es scheint, als würde sein Geist noch auf Dragsholm Slot spuken, und fast meint man, aus vergangenen Zeiten das Klappern der Kutsche auf dem Hof zu vernehmen, die seinen Sarg abholte.

1937 kaufte J.F. Bøttger Dragsholm Slot, das mittlerweile seiner Tochter gehört. Heute werden im Schloss ein Hotel und ein Restaurant mit Konferenz- und Gesellschaftsräumen in den historischen Salons betrieben. In der Schlossküche bilden Produkte und Zutaten vom nahen Lammefjord die Grundlage für hervorragende Gerichte.

Das ganze Jahr über besteht die Möglichkeit, an Schlossführungen teilzunehmen – während der dänischen Sommerferien auch mit englisch- und deutschsprachigen Guides.

Schloss Dragsholm, Dragsholm Allé 1, 4534 Hørve
Fuglsang GodsDie Besitzer von Fuglsang sind seit 1368 bekannt. Im 16. Jahrhundert kam der Herrensitz in den Besitz derer von Ruder, bis Königin Sofie Amalie ihn 1661 übernahm. 1726 wurde das gesamte Krongut auf Lolland verkauft. Auf diese Weise kam Fuglsang 1819 in den Besitz der Familie Neergård, die das Gut bis 1947 hielt.

Rolf Viggo de Neergård erbaute 1868-69 das heutige Hauptgebäude im neugotischen Renaissancestil. Er war verheiratet mit der Tochter Bodil des Komponisten I.P. Hartmann. Daher waren viele Künstler, u.a. Carl Nielsen und Edvard Grieg, häufig zu Gast auf Fuglsang. Nach dem Tode von Bodil de Neergård wurde Fuglsang vom Classenschen Fideikommiß übernommen und diente einige Jahre lang als Refugium.

Inzwischen wurde die musikalische Tradition wieder aufgenommen. Die Musische Gesellschaft veranstaltet das ganze Jahr über musische Veranstaltungen mit Aufenthalt im Hauptgebäude. Außerdem ist das Haus die Heimstatt des Storstrøms Kammerensemble und des Musikvereins Fuglsang. Im Hause befindet sich noch heute das originale Inventar der Familie de Neergård. Das Hauptgebäude ist von den alten Gräben umgeben, der schöne Garten mit weitläufigen Rasenflächen und seltenen Bäumen erstreckt sich bis hin zum Naturgebiet Skejten am Guldborgsund. Ein beliebtes Ausflugsziel.

Tagsüber kostenloser Zutritt zum Garten außerhalb der Gräben. Das Hauptgebäude ist anläßlich von Konzerten und anderen Veranstaltungen geöffnet.

Gut Fuglsang, Nystedvej 73, 4891 Toreby L.
Gavnø SlotAuf der Insel Gavnø in der Mündung der Suså liegt Schloss und Park Gavnø mit einem vielfältigen Erlebnisangebot für Besucher. Im Mittelalter lag hier eine befestigte Burg, von wo aus u.a. Seeräuberei betrieben wurde. Nach dem Kauf von Gavnø durch Margrethe I. im Jahre 1402 wurde die Burg durch ein Nonnenkloster für "Jungfrauen von Stande" ersetzt. Aus dieser Zeit stammt die sehr schöne Schlosskirche im Südflügel.

1737 gelangte Gavnø in den Besitz von Otto Thott. Er baute das Hauptgebäude zum heutigen dreiflügeligen Rokokoschloss aus, das mit seinen gelbgekalkten Mauern und weißen Pilastern sehr dekorativ und wie aus einem Guß wirkt. 

Axel Reedtz-Thott errichtete 1960 die "Gavnø-Stiftung" mit dem Zweck, das Schloss und sein wertvolles Inventar in seiner Gesamtheit zu bewahren. Zum Schloss gehören u.a. die größte private Gemäldesammlung Skandinaviens, die öffentlich zugänglich ist. Außerdem lohnt sich ein Besuch im Dänischen Feuerwehrgeschichtlichen Museum und im Park mit exotischen Schmetterlingen und schönen Blumen.

Im Frühjahr schmücken Hunderttausende von Tulpen und anderen Zwiebelgewächsen den Park. Deshalb wird Gavnø auch das "Märchenschloß auf der Blumeninsel" genannt.

Zutritt zum Park und Schloss Mai bis August gegen Eintritt.

Schloss Gavnø, Gavnø 2, 4700 Næstved
Gisselfeld KlosterIn einem schönen hügeligen Gelände liegt Gisselfeld mit einem der schönsten Parks Skandinaviens. Das dreiflügelige Hauptgebäude wurde 1546-75 von Peder Oxe errichtet. 

1699 wurde der Ort von Christian Gyldenløve, einem unehelichen Sohn Christians V., übernommen. Gemäß seinem Testament errichtete sein Enkel Fr. Chr. Danneskiold-Samsøe ein adeliges Jungfernkloster. Das Hauptgebäude diente jedoch ausschließlich als Wohnung des Direktors, der ein Danneskiold-Samsøe sein sollte. Seit 1699 bewohnt diese Familie Gisselfeld.

Das Hauptgebäude ist von der Übergangsperiode von der mittelalterlichen gotisch ausgeschmückten Burg zur prachtliebenden Adelswohnung der Renaissance geprägt. Die Treppengiebel sind der Inbegriff der besonderen dänischen gotischen Renaissance. Der ungewöhnlich schöne Park, der in den 1890er Jahren im englischen Gartenstil angelegen wurde, ist öffentlich zugänglich. Hier wachsen 375 seltene Baumarten, hier gibt es Treibhäuser, Springbrunnen und einen Karpfenteich aus Oxes Zeit, der H. C. Andersen zu seinem Märchen vom "Häßlichen Entlein" anregte.

Öffentlicher Zutritt zum Garten gegen Eintritt. Café.

Gisselfeld Kloster, Gisselfeldvej 12 A, 4690 Haslev
KnuthenborgKnuthenborg ist heute am besten bekannt als Safaripark mit exotischen Tieren, Pflanzen und seltenen Bäumen. Der enorme Park wurde in den 1860er und 70er Jahren von Lehnsgraf Eggert Christopher Knuth angelegt, der ganze Schiffsladungen exotischer Bäume einführte. 

Das Hauptgebäude wurde 1864 als Witwensitz errichtet. Das historisierende Gebäude wurde nach mehreren Anbauten im Laufe der Zeit zum Hauptgebäude von Knuthenborg.

Daß der Park heute auch Tierpark ist, ist einem Zufall zu verdanken. Ein Tierhändler suchte Platz für seine Tiere und kam mit Adam W. Knuth in Verbindung. Die Tiere fühlten sich im Park von Knuthenborg so wohl, daß man selbst mit dem Export exotischer Tiere begann. Um 1969 wurden die ersten Zebras und Antilopen im Park ausgesetzt. Heute sind daraus 50 Tierarten geworden.

Der Park kann im Auto, zu Rad oder zu Fuß besucht werden. Es gibt befestigte Wege und zahlreiche einzigartige Erlebnismöglichkeiten für Erwachsene und Familien mit Kindern.

Zugang gegen Eintritt zum Park Knuthenborg im Sommerhalbjahr. Café u.a.m. Kein Zutritt zum Hauptgebäude.

Knuthenborg, Maribo, 4941 Bandholm
Ledreborg SlotLedreborg ist seit dem 16. Jahrhundert als Lejregård bekannt, vermutlich so benannt nach Lejre, dem seeländischen Machtzentrum in der Eisenzeit.

Staatsminister John Ludvig von Holstein kaufte den Herrensitz 1740, der zum Zentrum seiner Besitzungen und 1746 zur Grafschaft erhoben wurde. Holstein errichtete 1741-46 das heutige Hauptgebäude auf den Fundamenten einer Barockanlage von 1663. Von dem ursprünglichen Bauwerk ist u.a. der rundbogige Haupteingang aus Granit erhalten.

Ledreborg erhielt durch Um- und Anbauten im Laufe der Zeit ein schloßähnliches Gepräge. Das originale Interieur aus dem Rokoko Mitte des 18. Jahrhunderts ist erhalten, darunter seltene gewebte Tapeten und schöne Spiegel.

Gleichzeitig mit der Errichtung des Hauptgebäudes ließ Holstein umfangreiche Arbeiten im Park ausführen. Er nutzte das eigenartige Gelände von Ledreborg zur Anlage eines terrassenförmigen Barockgartens. Dieser wurde jedoch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts geändert: Der französische Gartenstil mußte dem romantischen landschaftlichen Stil Platz machen. Der Park von Ledreborg ist einer der schönsten Dänemarks.

Öffentlicher Zutritt zu Park und Wald sowie während des Sommers zum Hauptgebäude. Zutritt für Gesellschaften nach Voranmeldung. Führung (mind. 20 Personen) auf Anfrage.

Schloss Ledreborg, Ledreborg Allé, 4320 Lejre
Liselund Gl. SlotDer Park von Liselund ist der besterhaltene romantische Garten Nordeuropas. Die märchenhafte Anlage aus den 1790er Jahren umfaßt u.a. gewundene Wege, Waldseen und kleine Pavillons. Das hügelige Gelände erstreckt sich bis zur Steilküste von Møns Klint.

Das bemerkenswerteste Gebäude des Gartens ist das alte Schloss Liselund, das seit seiner Errichtung 1792-93 so gut wie unverändert geblieben ist.

Der Ort wurde 1783 von Antoine de la Calmette erworben, der auch Besitzer von Calmettenborg (Marienborg) auf Møn war. Unter starkem Einfluß der Naturphilosophie legte er seinen Lustgarten an - eine idyllische Stimmungslandschaft mit einem strohgedeckten Miniaturschlößchen, das er nach seiner Frau Lisa Liselund nannte. Das kleine weißgekalkte Gebäude mit Strohdach ist nur von einem Türmchen und einer Säulenarkade um den Südflügel geschmückt. Auch das Innere ist schlicht und klassisch, geprägt von Symmetrie und schön bemalten Wänden.

Öffentlicher Zutritt zum Park das ganze Jahr über. Zutritt zum Hauptgebäude bei Führungen während der Saison.

Das alte Schloss Liselund, Langebjergvej, 4791 Borre, Møn

Weitere Schlösser und Herrenhöfe

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