Die dänischen Wasserläufe haben sich im Laufe der Zeit in den weichen Untergrund eingeschnitten, so dass tiefe Biegungen und Kolke sowie seichte Strecken und Sandbänke entstanden sind. Die stärkste Strömung findet man in der Regel am Oberlauf, wo der Wasserlauf noch ein Bach ist. Weiter flußabwärts vor der Mündung in das Meer oder einen Fjord sind die dänischen Auen meist ruhig und tief.
Daher ergeben sich an den Wasserläufen Strecken mit ganz unterschiedlicher Fischfauna. im Oberlauf dominiert die rotgefleckte Bachforelle, die man fast als den dänischen Nationalfisch bezeichnen könnte. Weiter unten wird sie von der Äsche abgelöst, die ruhigeres und tieferes Wasser bevorzugt. Noch weiter stromabwärts tauchen Lachs und Meerforelle auf. Sie wandern ab Frühsommer die Wasserläufe hinauf - um im November/Dezember zu laichen.
Angelgerät und -methoden hängen davon ab, ob man nach Standfischen (Forellen und Äschen) oder nach den Wanderfischen Lachs und Meerforelle angelt. Angelt man an einer dänischen Au nach den heimischen Lachsfischen, so ist dies mit Spinner, Blinker oder Fliege möglich. Der Grundangler, der Pose und Wurm vorzieht, kann in der Regel dasselbe Gerät wie sein Spinnangler-Kollege benutzen, wobei eine längere Rute oft von Vorteil ist.
Spinnangeln
Eine 6-7-Fuß-Spinnrute, mit der man Wurfgewichte von 5- 10 Gramm auslegen kann, ist hervorragend geeignet. Dazu eine kleine Stationärrolle mit 0,15-0,20-mm-Schnur. Das Blinkersortiment sollte mit kleinen rotierenden Blattspinnern versehen sein, mit denen man in den Rinnen am Oberlauf die besten Ergebnisse erzielt. Denken Sie auch an Schwimmwobbler von 5-7 cm.
Starke Lachse und Meerforellen
Möchte man sich an den weit größeren Lachsen und Meerforellen versuchen, ist kräftigeres Gerät erforderlich. Für den Spinnangler ist eine 8-9-Fuß-Rute für Gewichte von 10-20 Gramm ein guter Ausgangspunkt. Dazu gehört eine mittelgroße Stationärrolle mit 0,25-0,30-mm-Schnur. Künstliche Köder können große rotierende Blattspinner von 12-18 Gramm, bewegliche Blinker von 18-28 Gramm oder wackelnde Wobbler von 9-13 cm sein - am Besten schwimmend. Diese Modelle eignen sich auch am Ende eines Dreifachriggs mit Blei, die den Wobbler auch in die größten Tiefen hinunterbringt.
Fliegenfischen
Der Fliegenfischer sollte eine 8-9-Fuß-Fliegenrute Klasse 5-6 benutzen. Eine Schwimmschnur reicht in den meisten Fällen aus, wenn man kleine Trockenfliegen, Nymphen oder etwas größere Naßfliegen und Streamer benutzt. Die Fliegen sollten möglichst den Insekten und Krebsen gleichen, die es ohnehin im und am Wasserlauf gibt.
In kleineren Bächen ist eine robuste Einhandrute ausreichend. Besser ist man mit einer leichten Zweihandrute von 12-14 Fuß der Schnurklasse 9- 10 bedient. Für die Nachtfischerei ist eine Schwimmschnur am besten. Tagsüber arbeitet man mit einer Sinkschnur. Die Fliegen sollten groß sein 1/0-6, die kleinsten für das Angeln am Tage, die größten für die Nacht. Grelle Farben wirken gegen Ende der Saison am Besten, während schwarz sich besonders für die nächtliche Fischerei eignet.
Von Peter Steensen
Fischereibehörde